• Olivia Grove

Rezension: "Als wären wir ich" von Yvonne Orrego



《《 R E Z E N S 1 O N 》》

"Als wären wir ich" von Yvonne Orrego

[Genre: Noir Contemporary]

VÖ: 29. September 2020

Beklemmender Noir Contemporary

Das wunderschöne Cover hat mich direkt gecatcht! Es ist ein echtes Highlight und ein totaler Hingucker. Auch der Klappentext klingt richtig vielversprechend. Also musste ich es lesen. Ich war so gespannt, was mich erwarten würde.

Die Hauptprotagonistin Anna hat ein - auch für den Leser - sehr belastendes Verhältnis zu ihrem Vater, welches man zum ersten Mal unglaublich intensiv zu spüren bekommt, als sie ihre Eltern besucht. Dort auf dem Dachboden des Elternhauses findet sie ein altes Buch und dessen Geschichte nimmt sie dann vollkommen ein. Die Atmosphäre ist sehr beklemmend. Je weiter ich in die Story gezogen wurde, desto komplexer und verwirrender empfand ich die verschiedenen Realitätsebenen. Das ist sicher auch so gewollt. Man zweifelt an sich selbst. Doch manchmal war es für mein Empfinden etwas zu überfrachtet. Das Buch ist nichts für Zwischendurch, denn es fordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers. Über ein paar Tippfehler bin ich trotz Verlagskorrektorat gestolpert.


Bezeichnend für das Noir-Genre und den SadWolf-Verlag sind die ernsten, meist tabuisierten Themen, die er aufgreift. Und genau das macht ihn so bemerkenswert und einzigartig!

Was ist Realität? Was ist Fiktion? Die Autorin Yvonne Orrego lässt diese Grenzen in "Als wären wir ich" gekonnt verwischen. Bist du bereit dafür?


⭐⭐⭐⭐


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Genredefinition "Noir Contemporary – Authentisch und intensiv: Die heutige Welt ist komplexer und vernetzter als jemals zuvor, damit entstehen neue Probleme und alte kommen wieder zum Vorschein. Im Halbdunkel zwischen Empfindungen und Konflikten, welche die Menschheit schon immer geprägt haben, finden sich in unseren Noir Contemporary-Romanen Charaktere, die zutiefst menschlich sind, und intensive Ereignisse, die starke Emotionen auslösen." [Quelle: @sadwolfverlag]

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кℓαρρєηтєχт:

//Wie unterscheidet man Realität und Fiktion, wenn beides gleichsam real und fiktiv erscheint? Das Leben der Studentin Anna gerät aus den Fugen, als sie auf einem Dachboden ein Buch findet, welches ihr gewidmet ist. Die Hauptfigur hat denselben Namen wie sie und auch ihre beste Freundin Lotte taucht in dem Buch auf. Je mehr sie darin liest, umso mehr scheint es ihr als würde sie Teil der Geschichte des Buches, bis beide Welten sich vermischen. Doch das ist nicht das Schlimmste: Als sie aufhören will zu lesen, merkt sie, dass sie in der Geschichte, die sie liest, gefangen ist. Um aus den verstrickten Realitäten zu entkommen, muss Anna das Geheimnis des Buches enträtseln. Pressetext: Was ist eigentlich Realität? Woher wissen wir, was real ist und was nicht? Und welchen Einfluss haben unsere eigenen Erfahrungen auf die Realität? Diese Fragen bilden den Kern der Geschichte »Als wären wir ich«. Fragen, mit denen sich Anna in verschiedenen Versionen ihrer Selbst immer wieder neu auseinandersetzen muss. Dabei wird sie nicht nur mit den Grenzen ihres eigenen Vorstellungsvermögens konfrontiert, sondern auch mit dem Trauma ihrer Vergangenheit. Die Autorin nimmt die Leser mit auf eine abenteuerliche Reise, indem sie phantastische Elemente mit Realismus mischt und so die Grenzen zwischen beidem – Realität und Fiktion – verschwimmen lässt. Dabei stellt sich am Ende nicht nur für Anna, sondern auch dem Leser die Frage: Was ist real und was nicht?//