• Olivia Grove

Rezension: Andrea Abreus: So forsch, so furchtlos

《 R E Z I 》


Andrea Abreus: So forsch, so furchtlos

Aus dem Spanischen von Christiane Quandt.

VÖ: 7. Juli 2022, Kiepenheuer & Witsch

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Außergewöhnliche Coming-of-Age-Geschichte – wild, roh, gar verstörend?


Wenn ich Pressestimmen lese wie "mein Gehirn ist gerade explodiert, was für ein Genie" oder dieser Roman sei wie eine Bombe, der sich in Seele und Herz festsetzt – dann muss ich mir das Buch natürlich genauer anschauen.


Aber diesen Hype kann ich ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen. Andrea Abreus Zauber hat mich einzig und allein durch ihren Schreibstil berühren können.


"So forsch, so furchtlos" nimmt uns mit auf Teneriffa, abseits der allseits bekannten touristischen Insel. Es zeigt eine intensive Mädchenfreundschaft von zwei zehnjährigen Mädchen, die in einem armen Bergdorf am Hang des Vulkans leben. Die Autorin erzählt dabei sehr plastisch und nachfühlbar von den Wachstumsschmerzen der Pubertät.

Andrea zeichnet krasse physische Bilder, spielt mit vulgärem Slang. Sie lässt uns hautnah bei den intimsten Momenten dabei sein, die zum Teil recht heftig, hart und extrem für meinen Geschmack sind.


Diese Lektüre ist sicherlich nicht das Bahnbrechendste, was der postmodernen Vision von Literatur passieren konnte.

Junge Frau schreibt ekliges Zeug oder Shootingstar der spanischen Literatur beschreibt das in ihren Augen scheinbar Faszinierende an dem Abstrusen? Der Leser entscheidet.


Doch ich weiß nicht, ob die Autorin die Leser schocken, unterhalten oder nur wachrütteln will. Aber wenn ich die Geschichte reflektiere und von meinen persönlichen "junge Mädchen"-Erfahrungen und Erinnerungen ausgehe, kann ich mich wirklich so gar nicht mit den beiden Mädels identifizieren. Zu hart und trostlos sind ihre Realitäten, ihr Alltag derb und surreal.


Das Buch konnte mich durch seine dezent durchschimmernde rohe lyrische Magie in seinen Bann ziehen. Ebenso haben mich die Gefühle der Mädchen berührt und ich konnte sie tief in mir spüren, doch zu welchem Preis? Meiner Meinung nach versucht es die Autorin zu sehr, anzuecken und damit Emotionen zu provozieren. Die Leser werden entscheiden, ob es too much ist.


Dieser Roman ist anders, daran besteht kein Zweifel.

"In der Ferne, ganz unten, leuchtete die Septembersonne. Die ersten Strahlen durchbrachen die Wolken wie eine Klinge, die von oben herunterfiel." (S. 185)

⭐⭐⭐

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"Zwischen Strandidylle und Trostlosigkeit

Die Vulkaninsel Teneriffa liegt mitten im Atlantik, über 1000 Kilometer von der spanischen Südküste entfernt. Hier ist die Autorin Andrea Abreu in einem Dorf nahe der Hauptstadt Santa Cruz geboren. In ihren Debütroman kehrt sie erzählerisch in ihre Heimat zurück.

Dort leben ihre jungen Protagonistinnen oben im Norden ab vom Strand und dem touristischen Idyll. Wo der Himmel trotz Sommer nicht strahlend blau ist, sondern oft genug mit dicken grauen Wolken verhangen, die die Farbe eines Eselsbauchs haben. Mit eindringlicher und direkter Sprache lässt der Roman in das ländliche, reale Inselleben zwischen Vulkanen und die kanarische Kultur eintauchen."

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//Gastland Spanien Frankfurter Buchmesse 2022

Ein sprachgewaltiger Debütroman von Andrea Abreu über eine innige Mädchenfreundschaft auf Teneriffa, die an den Wachstumsschmerzen der Pubertät, an zu viel Liebe und zu großer Lust zerschellt. »So forsch, so furchtlos« ist eines der aufregendsten Debüts der letzten Jahre. Abreus Roman erscheint in 19 Ländern und hat die spanische Presse in Aufregung versetzt.

Ein heißer Juni auf Teneriffa, hoch oben im Norden der Insel zwischen den Vulkanen, weit ab von den Touristen. Zwei junge Mädchen, beste Freundinnen, versuchen die Langweile zu bekämpfen. Sie wollen dünn bleiben, indem sie Süßigkeiten erbrechen; sie träumen von glänzenden BMWs, die sie an den Strand bringen, wo sie endlich das Meer genießen könnten, genau wie die Touristen, deren Ferienhäuser ihre Mütter putzen. Aber als aus dem Juni der Juli wird und der Juli in den August übergeht, verwandelt sich die schwelende Liebe der Erzählerin zu ihrer Freundin Isora in ein schmerzhaftes sexuelles Erwachen. Sie versucht, mit Isora Schritt zu halten, muss aber einsehen, dass das Erwachsenwerden ein Weg ist, den man allein gehen muss.

»So forsch, so furchtlos« war in Spanien der größte Überraschungserfolg der letzten Jahre. Andrea Abreu ist der neue Shootingstar der spanischsprachigen Literatur.//

 

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