• Olivia Grove

Rezension: "Die Happiness-Lüge: Wenn positives Denken toxisch wird" von Anna Maas



Vergleichst du dich auch häufiger mit einem digitalen Idealbild als mit den Menschen in deinem direkten Umfeld?

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《《 R E Z E N S 1 O N 》》 "Die Happiness-Lüge: Wenn positives Denken toxisch wird" von Anna Maas

VÖ: 7. Mai 2021

|Irgendwie beruhigend, dass hinter der glitzernden Social-Media-Fassade in vielen Fällen oftmals auch nur verunsicherte Seelen stecken.| Zitat

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Leider zu dogmatisch & eindimensional

Eine Triggerwarnung vorab? Traurig gestimmte Menschen sollten das Buch lieber nicht lesen!

Das grundlegende Statement von "Toxic Positivity" ist absolut unterstützenswert und zu Beginn war ich auch richtig begeistert vom Buch. Doch dann sind mir die emotionalen Anschauungen und Urteile der Autorin zu sehr von meiner eigenen Wahrnehmung abgedriftet. Daher ist "Die Happiness Lüge" auch für mich ein ziemlich schwieriges Buch mit zu vielen Dislikes von mir - aufgrund der überwältigenden Schwarzmalerei der Autorin. Ich musste mich zu oft durchkämpfen, leider auch da der Schreibstil recht blass und trocken ist. Insgesamt betrachtet habe ich etwas anderes erwartet.

Was ich aus diesem sehr persönlichen Ratgeber mitgenommen habe? "ALL VIBES ARE WELCOME " & "Empathie zeigen statt Toxic Positivity".

Anstatt der Aussage: "Du musst positiv bleiben!" lieber: "Ich verstehe, dass das gerade hart ist. Ich bin für dich da."

Die Interviews finde ich recht interessant und informativ, insbesondere das mit der Studentin, die an einer chronischen Krankheit leidet.


Die Kritik der Autorin an Persönlichkeitsentwicklungsseminaren konnte ich noch teilen. Die meisten Selbstoptimierer steuern - getragen vom Hype - manipuliert von einem Seminar zum nächsten, ohne ins Tun zu kommen.

Ich akzeptiere voll und ganz ihre starke kritische Meinung und ihre Zweifel gegenüber Spiritualität, Affirmationen und Visualisierungen, teile ihre Ansicht jedoch größtenteils nicht.


Ebenso kann ich einer anderen Rezensentin zustimmen, dass das Privat- und Seelenleben der Autorin im Buch eindeutig zu viel Raum einnimmt. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass das Buch größtenteils unsachlich und sehr subjektiv geschrieben ist, ein vorherrschendes Schwarz-Weiß-Denken dominiert und durch das allzu häufige Verwenden von Absolutismen keine andere Meinung als ihre eigene zugelassen wird.

Ebenso kritisch und unwissenschaftlich finde ich, dass genau die Thesen mit Studien bekräftigt werden, die dem Weltbild der Autorin entsprechen.


Nach meinem Empfinden wird in diesem Buch allzu oft "toxic negativity" zwischen den Zeilen gelebt, da sehr viel Negativität und persönlicher Ballast abgelassen wird. Schade.


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Auszug aus Buch: "Meine Recherche hat ergeben, dass die Wissenschaft sich in einem ganz wichtigen Punkt einig ist: Psychische Faktoren spielen keine Rolle bei der Entstehung oder Heilung von Krebs." Zitat Anna Maas

(Was natürlich nicht heißt, dass die Autorin diesen Standpunkt vertritt.) Dennoch möchte ich dieser Aussage energisch widersprechen. Gefährliches Halbwissen!

Wer behauptet, psychische Faktoren spielen bei der Entstehung von Krebs oder generell Krankheiten keine Rolle, blendet wichtige evidente und empirische Daten aus und hat schlichtweg nicht verstanden, dass Körper und Geist eine Einheit bilden. Stress bspw. ist ein psychischer Faktor. Es wird permanent Kortisol ausgeschüttet und der Körper ist ständig unter Anspannung, die Zellen sind irgendwann erschöpft. Natürlich spielen die psychischen Faktoren eine Rolle, allein die ganzen biochemischen Prozesse, die im Körper ablaufen!

⭐⭐ ▪ кℓαρρєηтєχт:

//»Good vibes only! Mach das Beste draus! Sieh’s doch mal positiv!« Auf Instagram und Co. wird Optimismus bis zum Umfallen gepredigt. Aber lassen sich negative Gefühle wirklich einfach wegmeditieren? Können wir uns allen Ärger und Frust beim Yoga von der Seele atmen? Und ist tatsächlich etwas dran an dem viel zitierten »Law of Attraction«, das unser Schicksal ganz allein in unsere Hände legt, frei nach dem Motto »Wer positiv denkt, dem widerfährt Gutes«? Anna Maas ist sich sicher: Nein! Denn durch die allgegenwärtige Glückssuche entsteht Druck: Jede*r muss immer positiv denken, für negative Emotionen ist kein Platz. Wer es nicht »schafft«, optimistisch zu bleiben, hat versagt. Dieses Phänomen hat einen Namen: »Toxic Positivity«. In ihrem Buch untersucht die Journalistin, was wirklich dran ist an dem Zwang zum Glücklichsein. Anhand ihrer eigenen Erfahrungen und der Meinungen zahlreicher Expert*innen erklärt sie, warum eine positive Lebenseinstellung um jeden Preis oft nicht nur wenig hilfreich ist – sondern uns sogar schaden kann.//