• Olivia Grove

Rezension: "Die Schokoladenfabrik" von Rebekka Eder



☆Bonbons, Liebe und Revolution - Köln 1838☆

《 R E Z I 》


"Die Schokoladenfabrik - Die Tochter des Apothekers (Die Stollwerck-Saga, Band 1)" von Rebekka Eder

VÖ: 20. September 2021

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Historischer Roman mit wahrem Kern


In diesem 614-seitigen ersten Teil der Stollwerck-Saga dreht sich alles um die Tochter des Apothekers, Anna Sophia, und ihre Liebsten. Beschrieben werden die frühen Anfänge einer späteren Schokoladendynastie, daher gibt es erstmal keine Schokolade, sondern Hustenbonbons. Denn 1838 existierte nur "Gesundheitsschokolade" (ohne Kakao, dafür mit Eicheln) aus der Apotheke oder Gesundheitskakao.


Historisch fundiert und mit Liebe zu den Details – etwa den interessanten Arbeitsschritten der Bonbonherstellung oder den sinnlichen Beschreibungen der Düfte – lässt die Autorin die Leserschaft tief in die Gegebenheiten der damaligen Zeit eintauchen. Anhand einer außergewöhnlichen Familiengeschichte dürfen wir so vieles hautnah miterleben. Sie gibt einen Einblick in die damals nicht vorhandene Gleichberechtigung der Geschlechter oder die verpönte weibliche Homosexualität.

Der Roman ist atmosphärisch absolut gelungen, emotional aber nach meinem Empfinden noch leicht entwicklungsfähig. Dafür haben mich die glaubhaften, sehr interessant gezeichneten Charaktere und ihr flüssiger, locker zu lesender Schreibstil begeistert. Mein Leseerlebnis wurde nur ein wenig vom Gefühl der Länge überschattet. Gleichwohl ist ihr Autorenherzblut in jedem Satz spürbar.

Bemerkenswert empfinde ich das Nachwort, in dem die Autorin noch einmal auf die faszinierenden Details der Story im Köln des 19. Jahrhundert eingeht. Spannend dabei ist nicht nur der historische Hintergrund, sondern auch der Hang zum Mystischen und Übernatürlichen (uraltes Heilerinnenwissen, mysteriöse Träume und Vorahnungen von Anna Sophia).

"Die Schokoladenfabrik" ist ein faszinierender, stimmiger Roman, der mir schöne Lesestunden beschert hat und sich zu lesen lohnt.

⭐⭐⭐⭐


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//Bonbons, Liebe und Revolution.

Köln, 1838: Anna Sophia liebt es, ihrem Vater in der Apotheke zu helfen. Stolz ist sie auch auf ihre eigene Kreation: köstliche Hustenbonbons. Als der Apothekergeselle August um ihre Hand anhält, blickt sie einer sicheren Zukunft entgegen. Doch plötzlich wird ihr Vater krank. Die Ärzte scheinen ihm nicht helfen zu können, und ausgerechnet August gerät unter Verdacht, ihrem Vater schaden zu wollen, um die Apotheke an sich zu reißen. Währenddessen kehrt Franz Stollwerck, der Sohn des Krämers, nach Jahren der Wanderschaft in die Stadt zurück. Er ist schon seit Kindertagen in Anna Sophia verliebt, und auch sie hat nie aufgehört an ihn zu denken. Als er ihr einen Heiratsantrag macht, steht Anna Sophia vor einer schwierigen Entscheidung. Inspiriert von einer wahren Geschichte: Der große Auftakt einer farbenprächtigen Saga über die Kölner Familie Stollwerck und den Aufstieg ihres berühmten Schokoladenimperiums.//




 

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