• Olivia Grove

Rezension: "Mein Eskapismus" von Mareike Palmer



《《 R E Z E N S 1 O N 》》

"Mein Eskapismus" von Mareike Palmer VÖ: 11. Januar 2021 ▪

|"Und Marie, wie war dein Tag?" Ein Lächeln meiner Mutter, aufrichtig und ehrlich. [...] Schnell versuche ich, ein inszeniertes Lächeln aufzusetzen, dann erwidere ich in aller Kürze: "Schon gut. Und bei euch?" Ich kenne die Antwort bereits, sie ist überflüssig. Es geht ihnen immer gut. Sie haben immer denselben Alltag, [...]| Zitat ▪ ▪

Ergreifend, authentisch & traurig


"Mein Eskapismus" brilliert durch seine glasklare Sprache, der innovativen Storyline, angefangen von den erfrischenden Ideen bis hin zur feinfühligen Umsetzung, wobei die Handlung den Leser immer bewegt und zum Teil tieftraurig zurücklässt. Dabei kann man sich voll und ganz Maries Welt hingeben.


Die Autorin hat es geschafft, mich als Leser, mit der mutigen Story in seinen Bann zu ziehen. Mareike Palmer behandelt die sensiblen Thematiken - die ich lieber unerwähnt lasse, um nicht spoilern - mit großen Respekt. Sie gestaltet mit ihrem tiefen Einfühlungsvermögen eine authentische und tiefgründige Geschichte, die mich von Moment zu Moment emotional durchgerüttelt hat und mir teilweise sogar das Herz gebrochen hat.


Die Hauptprotagonistin Marie ist anders. Der Perfektionist in ihrem Kopf überkommt sie immer wieder und dann ist sie Mary. Wir erleben ihre Welt, Gedanken und Emotionen. In einer Textpassage, in der Maries Gefühle beschrieben werden, verzaubert uns die Autorin mit folgenden rührenden Worten: "Eine Spur Sarkasmus, ein aufgezwungenes Lächeln. Ein Funken Wut, ein Zuckerwürfel Traurigkeit."


Nach den letzten Seiten habe ich das eBook beiseite gelegt, um meine Gedanken zu ordnen und kräftig durchzuatmen. Der Roman ist dramatisch und hat mich viele eindrückliche Emotionen durchleben lassen. Eine klare Leseempfehlung von mir.


⭐⭐⭐⭐⭐ ▪ ▪

кℓαρρєηтєχт:

//Marie ist erst vierzehn Jahre alt, als sie in das Blickfeld des Perfektionisten gerät. Er ist die Folge dessen, was sie in ihren jungen Jahren bereits ertragen musste: Spott und Hohn im Alltag und in ihrer Schule. Mit dem Perfektionisten schreibt sie über mehrere Jahre an einem Roman, den sie im Internet publiziert. So entwickelt sie sich zu einem sozialen Außenseiter. Als sie aber einem Projekt beitritt und das Mädchen mit der grünen Mütze kennenlernt, scheint sich dies zu ändern - ganz zum Missfallen des Perfektionisten.//