• Olivia Grove

Rezension: "Städte aus Papier: Vom Leben der Emily Dickinson" von Dominique Fortier

《 R E Z I 》

"Städte aus Papier: Vom Leben der Emily Dickinson" von Dominique Fortier Übersetzt aus dem Französischen von Bettina Bach VÖ: 14. Juni 2022, Luchterhand Literaturverlag, München

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Unverwechselbar bezaubernder Einblick ins "Blütenherz" einer faszinierenden Dichterin

"Als Austin zum Studieren nach Harvard zieht, schreibt Emily ihm täglich Briefe sie sollen lebhaft, leicht, unwiderstehlich sein, in der Hoffnung, dass er zurückkommt. Doch er kommt nicht zurück. [...] Wenn sie ihm doch nur Schmetterlinge schicken könnte." (S. 76)

Seitdem ich die US-amerikanische Dramedy-Fernsehserie über die junge Emily Dickinson gesehen habe, bin ich begeistert von ihren fein- und tiefsinnigen Gedichten und Ansichten rund um die Zwänge von Gesellschaft, Geschlecht und Familie im 19. Jahrhundert, in der sie sich als Frau oft fehl am Platz fühlte. Denn sie selbst rebellierte gegen die gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit, war nie verheiratet und hatte keine Kinder. Je mehr ich von und über sie lese, desto hingerissener bin ich. Wobei die Übersetzung ihrer Gedichte ins Deutsche einem Drahtseilakt gleicht.


Wie in ihrer Poesie, so spürt man auch in diesem Buch Emilys Naturverbundenheit, ihre Leidenschaft für Bücher und ihr spirituelles Sehnsuchtsgefühl, das weit entfernt war von christlicher Religiosität.

Zur Recherche für "Städte aus Papier" hat sich die kanadische Schriftstellerin Dominique Fortier durch Gedichtbände, Briefe, all die Emily gewidmeten Werke gewälzt sowie durch das Internet geklickt. Rausgekommen ist ein wirklich unverwechselbar bezaubernder Einblick ins "Blütenherz" einer faszinierenden Dichterin. Definitiv eine Leseempfehlung wert.

⭐⭐⭐⭐⭐ • • • кℓαρρєηтєχт:

//Dichterin von Weltformat. Feministische Ikone. Eine der ungewöhnlichsten Frauengestalten des 19. Jahrhunderts. Wer war Emily Dickinson wirklich? Die preisgekrönte kanadische Schriftstellerin Dominique Fortier zeichnet das Leben der »Einsiedlerin aus Amherst« nach, einer der faszinierendsten Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts. »Eine einfühlsame Hommage an die geheimnisvolle amerikanische Dichterin.« Le Figaro

Emily Dickinson wurde 1830 in der Kleinstadt Amherst in Massachusetts geboren und starb 56 Jahre später im selben Haus. Sie trotzte den gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit, war nie verheiratet, hatte keine Kinder und verbrachte ihre letzten Jahre, ganz in Weiß gekleidet, zurückgezogen in ihrem Zimmer. Dort schrieb sie Hunderte von Gedichten, die sie nie veröffentlichen wollte – betörend schöne Zeilen über die Natur, über Einsamkeit, Schmerz, Glück, Ekstase, Liebe, den Tod und darüber, dass sie sich als Frau oft fehl am Platz fühlte.//