• Olivia Grove

Rezension: "TINTENTRÄNEN" von Andrea Benesch



《《 R E Z E N S 1 O N 》》

|Ich möchte Trauer von jetzt an so sehen, als Geschenk, als ein Zeichen der Liebe, als etwas Gutes. Was ist mit dir?| Zitat

"TINTENTRÄNEN: Gefühle auf Papier" von Andrea Benesch, SchriftStella

KᒪᗩᑭᑭEᑎTE᙭T:

// Wie gehst du mit Gefühlen um? Wenn die Emotionen hohe Wellen schlagen und der Schmerz einfach zu groß wird? Ich schreibe. Ich verwandle meine Gefühle in Tintentränen und lasse sie aus mir fließen, bis der Druck nachlässt. Ich schließe meinen Schmerz, meine Trauer, all meine Gefühle in meinen Worten ein und banne sie auf Papier. Das ist meine Art, mit dem Schmerz umzugehen. Die Worte kommen zu mir, wann immer mir alles zu viel wird. Sie tauchen in meinem Kopf auf und sorgen dafür, dass ich mir alles von der Seele schreiben kann. Sie sind meine Rettungsleine, mein Fels in der Brandung, mein sicherer Hafen. Vielleicht können sie das auch für dich sein. Fang meine Tintentränen auf, lass sie in dein Herz und ich hoffe, sie können auch dir dabei helfen, so manches zu verstehen und zu verarbeiten. Das wäre mein größter Wunsch. //

tief berührend


Sehr persönlich offenbart und verarbeitet Andrea in ihrem Gedichtband Erlebnisse und Erfahrungen ihres zum Teil sehr leidvollen Lebens. Sie zeichnet ein Bild ihrer verletzlichen Seelenlandschaft. Es finden sich immer wieder ernste Gedanken über die Liebe, über Manipulation, Mobbing, Schmerz, Selbstzweifel, Angst und über Trauer.

Ihre traurige Seele schreibt von ihrem tiefsitzenden Kummer, verletzt, gemobbt, manipuliert. (Ich möchte dich in den Arm nehmen und ganz fest drücken, jetzt auf der Stelle.)


Die von Andrea beschriebenen Emotionen sind so greifbar, so nah. Nah an einem selbst, dass man sie direkt in sich spüren kann. Ihre Worte könnten bei manchen Lesern jenes gnadenlos an die Oberfläche ziehen, was sie doch so sorgfältig in sich versteckt haben.

Dieses Büchlein erreicht die Menschen, da Andrea in ihnen selbst verborgene Gefühle und Welten spiegelt, die den Leser berühren.

Als Leser möchte man ihre traurigen Erfahrungen am liebsten ungeschehen machen. Doch nur dieser Lebensweg hat sie zu dem zauberhaften Menschen gemacht, der sie jetzt ist. Es hat sie stärker gemacht, denn schlimme Erfahrungen sind für unsere Seele die Chance für Entwicklung und Wachstum.


Mit Tintentränen hat Andrea ein literarisches Ventil gefunden, ihr Erlebtes rauszulassen und aufzuarbeiten, all die Ängste, Situationen, Probleme und verletzenden Geschehnisse, die noch an ihr zerren.


Ich bin hier und fange deine Tintentränen auf, lass sie raus.